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Wasserstoffantrieb

(Zukunft, Kraftfahrzeuge, Alternativen, Antriebstechniken, Erdgasantrieb, (CNG), Flüssiggasantrieb, (LPG), Wasserstoffantrieb, Brennstoffzelle, Elektro-Hybrid-/Vollelektroantrieb, Alternativ angetriebene Fahrzeuge)

Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge werden in zwei Nutzungsarten unterschieden. 

Zum einen kann Wasserstoff als alternativer Treibstoff für einen Verbrennungsmotor verwendet werden. Als weitere Nutzungsart wird Wasserstoff in einer Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt. Diese Energie wird für den Betrieb eines Elektromotors verwendet. Wasserstoff (Formel H²) geht ab -253 °C vom flüssigen in den gasförmigen Zustand (Verdampfung) über und ist dann deutlich leichter als Luft (Dichteverhältnis Wasserstoff / Luft 0,07). Der Explosionsbereich ist sehr groß und liegt zwischen 4-Vol% und 75,6-Vol%. Eine Selbstentzündung an der Luft ist nicht möglich, da der Wasserstoff eine Zündquelle benötigt und die Zündtemperatur bei ca. 560 °C liegt.

Wasserstoff ist ein farbloses und geruchloses Gas, das weder reizend noch giftig ist. Bei einem Stoffaustritt soll jedoch in jedem Fall Umluft unabhängiger Atemschutz getragen werden. Kommt es zu einer Entzündung von Wasserstoff, ist die Flamme kaum sichtbar und hat eine Verbrennungstemperatur von ca. 2 000 °C. Die Messung einer explosionsfähigen Atmosphäre ist mit Ex-Messgeräten der Feuerwehr möglich.

Erkennungsmerkmale:

  • Fahrzeugbeschriftungen (Hydrogen, H², FuelCell, …) sind jedoch nicht gesetzlich vorgeschrieben
  • Zusätzliche Tankklappe
  • Zusätzliche Tankfüllstandsanzeige
  • Abströmöffnungen über Dach (herstellerspezifisch), an denen man ausströmendes Gas auch anhand von “Knattergeräuschen” erkennen kann.

Sicherheitseinrichtungen:

  • Wasserstoffsensoren (nicht bei allen Modellen): Wird eine H²-Konzentration erkannt, blinken die durchsichtigen Türpins rot.
  • Elektromagnetisches Behälterabsperrventil am Druckgasbehälter:
    Durch Einschalten der Zündung öffnet das Ventil und der Wasserstoff strömt zum Motor. 
    Wird die Zündung wieder ausgeschaltet oder erkennt das Airbag-Steuergerät einen Unfall, schließt das Ventil automatisch.
  • Überdrucksicherung am Tank:
    Sie verhindert ein Bersten des H²-Tanks durch großen Druckanstieg. Die Überdrucksicherung ist so verbaut, dass ein Abblasen des Gases außerhalb des Innenraumes möglich ist.

Einsatzhinweise:

  • Für die Erkundung AUTO-Regel als Gedankenstütze anwenden
  • Bei frühzeitigem Erkennen GAMS-Regel anwenden
  • Kennzeichenabfrage und deren Möglichkeiten nutzen
  • Wegen der “Unsichtbarkeit” der Wasserstoffflamme ist das Fahrzeug mit einer Wärmebildkamera (WBK) zu erkunden. Einfaches Prüfmittel: mit einem Besen voran gehen. Der Besen entzündet sich bei einer Wasserstoffflamme.
  • Motor / Zündung abschalten
  • Möglichkeit des Abklemmens der Batterie prüfen, da die Gefahr des Funkenübersprungs besteht
  • Brandschutz sicherstellen
  • Zündquellen fernhalten (Funkgeräte, Handy, …)
  • Fahrzeuginnenraum belüften: Achtung, zunächst Batterie abklemmen! 
    Beim Öffnen der Türe geht das Licht an (Funkenbildung)!
  • Brennende Gasflamme nicht löschen, um die Ausbreitung / Entstehung einer explosionsfähigen Atmosphäre zu verhindern
  • Druckgasbehälter bei Bussen 350 bar / 1900 l auf dem Dach (mit Schmelzsicherung)
  • Brennstoffzellen bei Bussen auf dem Dach

Merkblatt "Alternativ angetriebene Fahrzeuge"

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